Silber, Zinn und Höhenmeter

Herrlich! 150 Kilometer durch das Erzgebirge.

Morgens um sieben geht’s bei feinstem Wetter von Tharandt aus auf einsamen Wegen stetig AUF und wenig ab über Freiberg bis hoch nach Seiffen; vereinzelt hängen Nebelfetzen in den Tälern aber über allem strahlt die Sonne aber es ist noch angenehm kühl – irgendwie ein gefühlter Caspar David Friedrich in dieser klassischen Kulturlandschaft.

Bergbau seit dem 12. Jahrhundert, Silber und Zinn galt es aus dem Berg zu holen, Wasser für die Eisenhämmer zu bändigen und Holz für die Stollen zu kultivieren.

Auf tschechischer Seite dann den Höhenkamm entlang ‚gen Osten. Hier ist es noch mal ein Stück einsamer – nur eine Handvoll Autos in einer Stunde und die überholen entspannt und gemächlich. Vereinzelt Wanderer und Radler – ahoj!

Vorbei geht’s aber auch an toten Bäumen. Nämlich denen, die einem schon in den 80er Jahren im Zuge des sauren Regens als Zukunft präsentiert wurden – und das es nicht mehr sind, liegt wahrscheinlich nur daran, dass ein Großteil der anderen Bäume noch recht jung sind. Die Strecke hier ist trotz leichtem Gegenwind angenehm – keine großen Höhenunterschiede und die Straße führt durch düstere Wälder und offene Freiflächen, die den Blick weit ins tschechische Tal zulassen.

Über Altenberg und Dippoldiswalde geht es talabwärts zurück nach Tharandt – gestärkt durch einen, herrlichen Pflaumenkuchen (aufgepeppt mit ein wenig Schokosauce). Zwei kleine Gegenanstiege ansonsten fliegt es sich die restlichen 40 Kilometer zurück. Komoot weist mir für die Tour einen Gesamtanstieg von 2.200 Höhenmeter aus – und die darf ich jetzt wieder einlösen.

Komoot Tour

Übrigens:

Eigentlich war ich dieses Wochenende ja als Teamfahrzeug für E. eingeplant, die die 230er Runde des Tharandter XXL „ERZtaler“ Marathon für dieses Wochenende auf dem Programm hatte – aber wenn man schon mal da ist ….

Im Ziel auf E. wartend, die o.a. Tour noch im Kopf und in den Beinen, habe ich dann angefangen, das Berliner Umfeld zu verfluchen. Nicht nur wegen der flachen, ewig schnurgeraden Straßen durch die immer gleichen austauschbaren Kiefernwälder an militärischen Sperrgebieten vorbei (Südbrandenburg war und ist wohl ein einziger, riesiger Truppenübungsplatz)  sondern auch wegen der Fülle an Irren, die hier möglichst schnell und knapp an einem vorbeirasen müssen.

Und eigentlich wollte ich in diesen Artikel dann dazu aufrufen, mir Gegenden zu nennen, wo Radfahren schlimmer ist als in Südbrandenburg – fest davon überzeugt, dass es keine Meldung geben wird. 🙂

Aber das wäre nun ein wenig zu ungerecht – immerhin gab es in den vergangene Wochen mit dem RTF „Bernau – Zur Oder – Bernau“ und mit dem RTF „Zur Schorfheide“ zwei sehr schön angesetzte Touren im Umland von Berlin, bei denen man wirklich schöne Streckenabschnitte im Norden / Nordosten Berlins präsentiert bekam. Berichte dazu bei Takeshi und Takeshi

Aber gegen das Erzgebirge kommt das mit Verlaub nicht an.

P.S. Grüsse an den Kollegen vom RK Endspurt 09 Cottbus wegen des Tipps zur „Internationalen Touristischen Friedensfahrt“ – das schau ich mir noch mal genauer an.

Glück auf!

2 Gedanken zu “Silber, Zinn und Höhenmeter

  1. Meine Meldung über die top 3 schlimmsten Autofahrer aus einer bei der West-Ost-Querung zufällig entstandenen Stichprobe:
    1. Aschersleben (ASL): Fahren auf dem Mittelstreifen der Nebenstrecke mit mindestens 140 kmh. Einfach nur lebensgefährlich.
    2. Korbach (KB): Fahren ohne links und rechts zu sehen. Die Straße ist mir!
    3. Bergheim (BM): Fahren assi und brüllen einen aus dem Auto heraus auch noch an. Echtes Prollvolk.
    Obwohl ich sagen muss, dass OHV heute auch schon wieder ganz gut aufgeholt hat.

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