Fett! Fett! Fett!

Mein Fahrrad ist mein Arbeitspferd, meine Schindmähre und ich bin leider ein unerbittlicher Schinderhannes.

Ich treibe es raus, wenn es so heiß ist, dass der hochsommerliche Asphalt schmilzt und sich mit dem märkischen Sand mischt; und wenn kalter, waagrechter Sprühregen und Herbstlaub eine glitschige Masse bilden, die in alle Winkel kriecht; und auch wenn Schnee und Eis die Grenzen zwischen Himmel und Erde verwischen und sich als graue Klumpen überall am Rad festsetzen.

Und wird das Rad dann nach getaner Arbeit etwa gebürstet und gestriegelt? Oh nein – es fliegt in den Flur und harrt schmutzbewehrt auf seinen nächsten Einsatz. Tagein – tagaus; scheinbar ohne Murren.

Scheinbar.

Gäbe es da nicht diese Verbindung zwischen Sattel und Rahmen; in meinem Fall eine Melange aus Stahl (Rahmen) und Aluminium (Sattelstütze). Oberflächlich gab es auch hier kein Murren, kein  Ächzen und schon gar kein Zucken, denn still und heimlich verbündeten sich die beiden gegen meinen Undank. Brüderlich umschlungen konnte sie nichts mehr trennen. Ein Verändern des Sattels? Aus und vorbei!

Ein kurzer Blick ins Netz zeigte: ich bin mit dem Problem nicht allein und das Set an Rettungsankern scheint groß (die umfangreichste und sinnvollste Sammlung findet sich hier bei Sheldon Brown).

Mein Weg umfasste

  • Schmackes /
    den Sattel als Hebel verwendet – da rührte sich bei mir rein gar nix;
  • WD40 /
    über Nacht einwirken – vergiss es – hilft bei der Kombination Aluminium/Stahl wohl gar nicht;
  • Cola /
    über mehrere Tage hinweg im Einsatz sollte Abhilfe schaffen – erfolglos;
  • Ammoniak (in Form von Salmiakgeist) /
    soll ein weiteres Zaubermittel speziell bei Aluminium sein- mein Rad zeigte sich unbeeindruckt ;
  • Erhitzen /
    versuchte ich erst gar nicht – ist in der Kombination kontraproduktiv;
  • Abkühlen /
    per Kältespray oder CO2 Patrone habe ich -weil schon frustriert – ebenfalls gar nicht erst versucht;
  • Wieder Schmackes /
    nach weiteren Tagen Einwirkzeit mit WD40/Cola/Salmiakgeist und zusätzlichen Zenübungen gegen meine angestaute Wut;
  • Zum Schluß mit Hirn /
    Indem ich das Rad einfach zum Händler meines absoluten Vertrauens (Rad der Stadt) gebracht habe. Hier wurde die Sattelstütze dann professionell mechanisch entfernt ohne dass meinem feinen Stahlrahmen auch nur ein Haar gekrümmt wurde.

Worauf ich mit diesem Artikel nun aber raus will ist ganz einfach: Erspart Euch bitte diese ganze Arie und Wutorgie.

Schindet Euer Rad das ganze Jahr ungestraft indem ihr einfach Sattelstütze und Sattelrohr von Zeit zu Zeit einfettet. Das ist nicht nur unfassbar simpel sondert dauert keine 5 Minuten. Mayonnaise sollte es aber nicht gerade sein.

 

 

Ein Gedanke zu “Fett! Fett! Fett!

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