Benvenuto Wilier

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Da hab ich mir vor kurzem noch die Nase am Radkunst-Schaufenster plattgedrückt, den Taschenrechner ausgepackt und mir die Haare gerauft, weil dort das neue Wilier Supperleggera hing (siehe hier) – aber dann dachte ich mir, ich versuch‘ einfach mal mit einer gespeicherten Suche bei ebay. Vor allem, weil ich eigentlich keinen niegel-nagel-neuen Rahmen wollte, bei dem ich jedes Mal Schweißperlen auf die Stirn bekommen, wenn sich der Hauch einer Kratzermöglichkeit ergibt. Fahrt mal im Hochsommer den RE5 und ihr wisst was ich meine.

Und – Peng!

Knapp vier Wochen später: tatsächlich ein Treffer. Das wunderschöne 1990 Modell in passender Grösse !), toller passender Gabel, einem guten Zustand; nur halt mit Shimano Dura Ace Ausstattung. Hm, wie kommt man nur drauf, an einen italienischen Stahlrahmen japanische Komponenten zu schrauben ?!

Und – Zack!

Dank ausgefeiltester Gebotstaktik und abgebrühtester Gebotsstrategie 😉 ist’s nun tatsächlich meins und mein Dank für die reibungslose Abwicklung geht an dieser Stelle an C. – den Vorbesitzer ins Bayerische!

Ding Dong!

Keine 10 Minuten nachdem es der Hermesbote ins Büro geliefert hat, nehm ich mir erst mal den Rest des Tages frei (ahhhh, da ist er – der Vorteil des Freelancers).

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Der Montageständer im Wohnzimmer wird aufgebaut und in die Schrauberklamotten reingesprungen.

Schließlich muss das italienische ans Italienische. Denn der Plan ist, die Campa Record Titanium-Ausstattung des (ja leider etwas zu kleinen) De Rosa (Tragödie dazu hier) ans Wilier anzubauen.

 

Und -wenn schon, denn schon – auch sonst mal alles auseinander zunehmen, etwas zu wienern und neu zu fetten.

 

Zack!

Einzig der Vorbau macht mir einen Strich durch die Rechnung (Alu plus Stahl minus Fett = Leid) – und bremst mich für zwei Tage aus. Ich kenne meine Ungeduld, deswegen lass ich da lieber gleich die Profis ran. (Vergleichbares Leid dazu  hier)

Aber irgendwann ist’s dann doch soweit und alles liegt fein säuberlich vor mir und kann neu aufgebaut werden.

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Nach und nach verschwindet das Japanische- tja, bis auf die Kurbel – denn (nächstes Learning:) Vierkant ist natürlich nicht gleich Vierkant (JIS vs. ISO | 102 vs. 110 – mehr dazu demnächst) und so würde die Campa-Kurbel bis an den Rahmen ranrutschen.

Hah!

Nun könnte ich natürlich einfach das Innenlager auswechseln, aber nö, da wart ich jetzt erst mal ab. So engstirnig bin ich dann doch nicht und der Campa Umwerfer ist ja wohl kompatibel mit der Dura Ace Kurbel – oder hör ich ’nen Aufschrei?

 

Ohhh!

So ein herrliches Rad – bei dem aktuellen Wetter kann ich mich noch nicht dazu durchringen damit auf die Strasse zu gehen – da müssen weiter das Peacemaker und das Olmo ran . Und so sitze ich hier und warte auf Wintersonne mit trockenen Strassen für die erste echte Ausfahrt.

4 Gedanken zu “Benvenuto Wilier

  1. Was für eine leckere Geschichte zu so einer scharfen Ältere-Dame-Schnitte von Fahrrad!
    Und dann der sofortige und hemmungslose Zugriff direkt nach Ankunft: wunderbar!
    Ich erinnere noch mein Heulen und Zähneklappern, als mein Rad im Spätsommer kam.
    Lustig finde ich den sauber umgeknickten Überstand des Werfer-Zuges. Ich traue mich auch immer erstmal nicht, die Dinger sofort kurz zu schneiden. Und manchmal bleibt dieses „das kürze ich dann später einmal“ auch komplett auf der Strecke.
    Gruß von Jörn

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