Berlin 360° | Ost: Zinndorf

Im Sommer hatte ich mir ja das Thema Berlin 360° vorgenommen. Gefahren wurde auch viel und in alle Richtungen – nur dokumentiert wurde wenig. 🙂

Das will ich sukzessive nachholen.

Diesmal geht es glatt nach Osten; nicht in die Ferne bis zur Oder sondern nur in Form eines stadtnahen Rundkurses ins Berliner Umland nördlich der Müggelseen.

Vom Prenzlauer Berg geht es erst mal hintenrum am riesigen alten Berliner Schlachthofgelände vorbei, um die Danziger Allee zu vermeiden. Verkehrsarm kommt man so hinunter bis zum Bahnhof Lichtenberg.

Und von hier aus geht es nun ostwärts  über die Frankfurter Allee -mit einem kurzen Seitenblick auf die ehemalige Stasizentrale- und seine Verlängerung. Der Weg ist zwar nicht schön aber ein zumeist abgetrennter, breiter Radweg und ein Sonntag-morgendlich geringes Verkehrsaufkommen lassen einen schnell und stressfrei vorwärts kommen und die Stadt verlassen.

Bei Kaulsdorf reicht’s dann aber mit dieser schnurgeraden Route. Man hält sich nun hart rechts und kann im Zickzack über Münchehöfe und Schöneeiche auf wirklich ruhigen, locker bewaldeten Wegen rollen, kaum zu glauben wie schnell man das Städtische komplett verlassen kann. War da was?

Es geht nach Woltersdorf mit einigen kurzen, aber recht heftigen Kopfsteinplastersektoren, man wird aber gleich darauf belohnt: mit einem kleinen, schönen innerdörflichen Hafenbassin inkl. kleiner Schleuse (bei der man irgendwie immer, immer, immer warten musste weil die Brücke wegen eines Bootes hochgezogen werden muss) und einem -leider vieeeel zu kurzen- 7%igen Anstieg: die Wolterdorfer Muur 😉

Es folgt Rüdersdorf mit seinem Industriedenkmal dem Kalksteintagebau und im Bogen geht es über Herzfeld an einigen Seen an Kagel vorbei bevor mit Lichtenow und Zinndorf der Wendepunkt der heutigen Route erreicht ist.

Zurück geht es über offenes Feld bei Rehfelde und Hennickendorf – man muss mit Gegenwind rechnen – aber wer Udo Bölts gelesen hat, weiß das ja zu schätzen ?! 😉

Wir bleiben dem Charakter der Route als Vorort-Dörfer-Tour treu – müssen das Tempo rausnehmen weil es nun kreuz-und-quer durch die Wohngebiete von Vogelsdorf und Neuenhagen bis nach Hönow geht; dieser Abschnitt ist etwas zäh und müsste nochmal angepasst werden.

Auch der Wiedereintritt ins Berliner Herz über die Verlängerung der Landsberger Allee ist nicht die schönste und zieht sich nochmal recht unangenehm.

Insgesamt weder Tempo- noch Landschaftstour; aber was mich an dieser stadtnahen Route reizt, ist die Fahrt durch unterschiedlichste Dorf-Charaktere im Berliner Umland; verschlafen, zerfallen, vergessen, lieblich, verbaut, charmant, gesichtslos. Hier ist alles dabei und genau das macht die Fahrt zu einer soziologischen Alternative zu den Seen und Kiefernwaldrouten.

Hier ist der Komoot-Link zur Route.

zinndorf

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