Einfacher Kurbelwechsel? Ach Du süße, unschuldige Naivität

… und dann ersetze ich einfach die montierte Shimano durch die wunderschöne Campagnolo Kurbel, die ich noch hab’… dachte ich so bei mir.

…beide Kurbeln sind ja Vierkant. Muss ja gehen…war ich überzeugt.

HA! LÄCHERLICH! STÜMPER! DENK DOCH MAL NACH!

Kurbeln gibt es im Set und sie sind (zumeist) rechts mit und links ohne Zahnkränzen versehen und sie haben an einem Ende die Pedale und am anderen Ende eine spezifische Aufnahme für die Verbindung mit einer verbindenden Welle (und nicht etwa Achse, da sie sich mitdreht (Aha!)).

Und diese Welle  befindet sich im sogenannten Innenlager = Tretlager, welches wiederum mit den Rahmen verschraubt ist.

Nun haben wir die Zutaten, um ein ganzes Potporri an Variationen zu zaubern, weil es eben keinen allesübergreifenden Standard gibt. Wobei ich nachfolgend nur mal eine begrenzte Auswahl an Basismöglichkeiten aufzähle; in freier Wildbahn kann man da -nicht zu knapp- weitere Variationen ins Spiel bringen.

DANN MAL LOS

Als erstes muss ich mich mit den Bedingungen des Rahmens vertraut machen – und zwar

  • mit der Art des Gewindes: zumeist BSA oder Italienisch;
    erkennbar ist dies am eingestanzten Vermerk auf der Lagerschale wie z.B. 36 x 24tpi spricht für Italienisch; dabei stehen die Werte für den Gewindedurchmesser und die Anzahl der Gewindegänge je Inch (Soso!)
    Dies ist umso wichtiger , da bei BSA (im Gegensatz zu Italienisch) die linke Seite ein Linksgewinde aufweist, es wird also in diesem Fall untypisch MIT dem Uhrzeigersinn aufgeschraubt (Ahhh!).
  • mit der Gehäusebreite: diese beträgt zumeist 68 (Italienisch) oder 70/73 mm (BSA);
    ganz genau kann man das nur im ausgebauten Zustand mit einer Schieblehre bestimmen (Hm) oder man schaut was auf dem bisherigen Patroneninnenlager (siehe unten) steht;

UND DANN

Als nächstes betrachtet man die Kurbel selber – besonders

  • wie sie mit der Achse verbunden ist: bei klassischen Rennrädern ist das zumeist ein Vierkant (im Gegensatz zum moderneren Oktalink oder ISIS);
  • ob es sich um eine Shimano oder Campagnolokurbel handelt: diese bringen nämlich unterschiedliche Bedingungen an die Steigung des Vierkantkeils (Oh no!) mit sich; sie sind zwar ähnlich aber nicht kompatibel – hier trifft ISO-Standard (Campa) auf JIS-Standard (Shimano).

JA UND DANN

Zu guter letzt ein Blick auf das eigentliche Innenlager – uns interessiert

  • die Bauart: ist es offen und besteht aus einzelnen Bestandteilen, die gepflegt werden müssen und gewartet werden können oder ist es gekapselt und somit ein sogenanntes Partronenlager,  das komplett geschlossen und somit ein wartungsarmer Austauschartikel ist.
  • die Wellenlänge: damit die Kettenblätter richtig sitzen und eine optimale Kettenlinie gewährleisten und auch nicht am Rahmen streifen.

NUN IST ALLES KLAR

…und ich weiß, dass ich eben nicht einfach die Shimano gegen die Campa Kurbel austauschen kann ohne nicht auch das Tretlager zu wechseln.

MEIN DANK GEHT AN

…eine ganze Batterie an Rennradforen vor allem an

Wikipedalia – Innenlager: Link

Wikipedalia – Vierkant: Link

Wikipedia – Tretlager: Link

(Wie ging das früher ohne Internet?)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s