Rennrad – Trainingsauftakt 2016

März! Zeit für die jährliche Trainingsauftakt-Rundfahrt.

Die Tour
Im Gegensatz zur breiten Radfahrer-Masse geht es auch in diesem Jahr nicht etwa nach Mallorca sondern ein zweites Mal nach Sizilien.

Unglaubliche freundliche Menschen (da vermutet man als Berliner schon fast eine versteckte Kamera), eine tolle Landschaft mit anspruchsvollen und zugleich verkehrsarmen Anstiege, die durchgängige Verfügbarkeit von herrlichem Caffé und unschlagbarer Pasta und das nicht Vorhandensein von Horden anderer Radfahrer überzeugen. Zudem ist die Insel so weit südlich, dass eigentlich mit angenehmen Temperaturen zu rechnen sein sollte (dazu gleich mehr).

Die Tour umfasst 4 Tagesetappen, die in einem weiten Bogen rund um den Ätna im Nordosten von Sizilien führen; mit einer Gesamtlänge von 370 Kilometern und 5.700 Höhenmetern. Komoot- Route

Start
Der Flug geht von Berlin aus direkt nach Catania und am Hertz -Parkplatz No. 25- soll um 11.00 Uhr die Übergabe der gemieteten Rennräder (Rentbike.it )stattfinden.

Sollte Ettore jetzt nicht kommen oder die installierten Pedalplatten (56er Bike mit Look Keo, 48er mit Look delta) nicht stimmen, hätten wir ein Problem. Haben wir aber nicht 🙂

Ettore taucht gutgelaunt und pünktlich auf; die Übergabe der Basso Bikes findet schnell und unkompliziert statt. Wir bekommen noch schnell eine Karte mit Mobiltelefonnummer in die Hand gedrückt – falls es irgendwelche Probleme geben sollte – und den Hinweis, dass die Schneefallgrenze diese Woche extrem tief liege, als wir auf Nachfrage unser erstes Etappenziel Randazzo nennen. Kein Problem entgegnen wir: wir sind ja tedesci 🙂

Etappe 1: Aeroporto Catania – Randazzo
Vom Flugplatz aus geht es – immer der Meeresküste folgend – über den ehrlich gesagten nicht sonderlich attraktiven, sehr sehr runtergerittenen und sehr chaotischen Flughafenzubringer ‚gen Catania. Dort dann am Hafen entlang -die Innenstadt links liegen lassend- auch hier ist es süd-italienisch chaotisch.

Als Berliner stellt der Verkehr aber kein Problem – da ist das Brandenburger Umland eindeutig gemeingefährlicher! Was man sofort lernt: der Blick sollte die Strasse vor einem nicht zu lange aus den Augen verlieren – es lauern richtig fiese Risse und tiefe Schlaglöcher.

Catania liegt nach 10 Kilometern hinter uns, die Strecke wird immer ruhiger, die Ortschaften kleiner, die Küste rechts von uns immer beeindruckender und linkerhand tront über allem der schneebedeckte Ätna. Schwarze Basaltblöcke im Meer, Gischt-besprühte Strassen, Orangen- und Zitronenbäume  überall; so hatte man es sich doch vorgestellt.

Nach Kilometer 42 verlassen wir die Küstenstrasse – nun geht es westlich rauf auf die Nordflanke des Ätna. Hier wird es noch ruhiger und der anfängliche Sprühregen weicht vereinzelten Sonnenstrahlen.

Die nun anstehenden, noch verbleibenden 40 Kilometer gehen kontinuierlich bergan. Der höchste Punkt der heutigen Etappe liegt bei ca. 1200 Höhenmeter – mathematisch gesehen haben wir also nur 3 Prozent – aber Beine können nicht rechnen. 🙂

Vor allem setzt der Regen wieder ein und wird umso heftiger je höher wir ansteigen; vom Ätna ist schon lange nichts mehr zu sehen stattdessen ist die Strasse von Schnee gesäumt. Schnee!? Sizilien!?

Alles was mir vorab zu Eis und Sizilien eingefallen ist, hatte Zitronengeschmack und war in Kugelform in der Waffel oder war durchsichtig und im Campariglas.

Es wird empfindlich feucht und empfindlich kalt. Ein Hoch auf die mitgenommenen Endura Handschuhe, die Mavic H2O Regenjacke und vor allem auf die Überschuhe. Letztere sind eine Anschaffung, die ich vor 2 Jahren noch als eine eher absurde Spielerei angesehen hatte und den Kauf nur mit Bedenken vorgenommen habe.

Aber alles easy -wir sind ja tedesci- 😉 – nur dass dann das Schild kommt, das verkündet, dass bis zum Etappenende weitere 20 Kilometer anstehen. Bamm! Meine Beine können zwar nicht rechnen aber schätzen – und die Schätzung lag bei maximal 10 Kilometern. Der Körper verabschiedet sich damit aus dem linden Mittelmeer- und wechselt in den etwas verbisseneren Flandernmodus; das verändert auch die Entfernungswahrnehmung und überraschend  flott, rollen wir durch Lavafelder (die ganz schön nach an Randazzo rankommen) in unserem Zielort ein – mit steifen und klammen Fingern klingeln wir beim B&B.

Matteo vom Ai Tre  Parci hatte nicht nur das Zimmer angenehm vorgeheizt sondern setzt uns auch gleich eine schöne heiße Tasse vor. Jetzt wo wir da sind, reißen natürlich auch die Wolken wieder auf und vom Balkon des Zimmers aus ist der Schneebedeckte untere Nordhang des Ätna zu sehen.

Eine ordentliche Dusche, ein Teller leckerer Pasta und ein Gläschen Rotwein bringen nicht nur die Lebensgeister schnell weider zurück sondern machen Lust auf den anstehenden zweiten Tag.

Komoot Tour – Tag 1

 

 

 

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